Therapie

In meiner Praxis lege ich das Hauptaugenmerk auf die Integration frühkindlicher Reflexe, die ich in meinen umfangreichen Ausbildungen und Seminaren der INPP, RMT und MNRI kennenlernen durfte. 

Frühkindliche Reflexe nehmen in der Entwicklung des Menschen eine Schlüsselrolle ein, denn:

  1. sie sichern dem Säugling während der Schwangerschaft und nach der Geburt das Überleben. 
  2. sie sind essentiell für die Entwicklung von zunehmend komplexeren motorischen und kognitiven Fertigkeiten.

In einem Screening des Entwicklungsstandes können frühkindliche Reflexe sogar bei einer funktionell voll ausgereiften Person aufgedeckt werden. Während das Training in solchen Fällen als Teil eines Optimierungsprogramms des Wohlbefindens oder der Leistungsfähigkeit angewendet wird, kommt es häufiger bei Menschen, die mit wesentlich größeren Problemen konfrontiert sind, zur Anwendung., wie z.B.:

  • Autismus
  • Dyspraxie – Verzögerung in der Entwicklung der Motorik und der Sprache
  • Verzögerung in der kognitiven und intellektuellen Entwicklung
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
  • Seelische Störungen
  • Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung und andere Aufmerksamkeitsdefizitsyndrome
  • Spezifische Lernschwächen – Legasthenie, Rechenschwäche (Dyskalkulie) und Schreibstörung
  • Störungen der Sprachentwicklung
  • Essstörungen
  • Sensorische Wahrnehmungsstörungen
  • Genetische Erkrankungen
  • Andere Defizite

 

Was sind frühkindliche Reflexe?

Reflexe sind unbewusste, immer gleiche Reaktionen des Organismus auf Reize (Körper- oder Umweltreize), die der Entwicklung, dem Schutz und der Vorbereitung auf weitere Entwicklungsschritte dienen.

Bereits in der 6.Schwangerschaftswoche lässt sich ein Fluchtlähmungsreflex auf Erschütterungen nachweisen.

Der Schwangerschafts- und der frühkindliche Verlauf sind durch eine ganz bestimmte Abfolge von auftretenden frühkindlichen Reflexen gekennzeichnet, die den Tonus aufbauen, den Geburtsverlauf regeln und das Überleben des Kindes sichern (z.B. verhindert, dass sich die Nabelschnur sich um den Hals des Kindes legt).

Frühkindliche Reflexe werden im Stammhirn verarbeitet. Unser Gehirn besteht, vereinfacht ausgedrückt, aus drei Regionen: dem Stammhirn, dem Kleinhirn und dem Großhirn.

In den ersten zwei Lebensjahren sind diese 3 Gehirnregionen noch nicht richtig miteinander verbunden, obwohl ein Baby bereits bei der Geburt eine vollständige Ausstattung an Nervenzellen besitzt. Es bedarf wiederkehrender Reize und vor allem wiederholender Bewegungen, um die Hirnareale miteinander zu vernetzen. Mit zunehmendem Alter übernehmen höhere Hirnzentren mehr und mehr die Kontrolle und hemmen die frühkindlichen Reflexe.

Geschieht diese Hemmung nicht oder nur teilweise, so ist dies ein Hinweis auf eine Unreife innerhalb des Zentralnervensystems.

Mögliche Folgen können sein: Dysfunktionen wie posttraumatische Belastungs­störung, Lernschwächen, Entwicklungsstörungen usw.

Weiterhin müssen nicht vollständig gehemmte Reflexe vom Großhirn kontrolliert werden. Dies bindet sehr viel Potential, das somit für intellektuelle Leistungen nicht mehr zur Verfügung steht. Der Betroffene versucht damit die Situation in den Griff zu bekommen - versucht zu kompensieren. Immer wieder aber tauchen Handlungsimpulse aus dem Hirnstamm auf, die zur Gesamtsituation nicht passen. Die ursprünglich beabsichtigte Handlung kann dann nicht sauber ausgeführt werden und z.B. das Lernen wird auf diese Weise sehr mühsam.

Die Auswirkungen der Reflexe nehmen aber einen Mittelpunkt ein, welcher in der „Fundamenttheorie“ zusammengefasst ist. Vereinfacht kann man sich ein „Haus“ vorstellen, bei welchem ein gutes Fundament mit unbelasteten körperlichen (wie sie bei unseren Kindern ja meist vorliegen), gut integrierten Reflexen, guten intellektuellen, sozialen und familiären Voraussetzungen vorliegt. Auf diesem Fundament kann die Motorik, Sensorik, Wahrnehmung, Reizverarbeitung und Impulskontrolle unbeeinträchtigt arbeiten, was eine gute Alltags- und Lebensbewältigung ermöglicht. Liegt aber, wie im Fall von nicht gehemmten frühkindlichen Reflexen, ein „schlechtes“ Fundament vor, so verändert sich die Motorik, Sensorik, Wahrnehmung, Reizverarbeitung und Impulskontrolle so, dass eine adäquate Alltags- und Lebensbewältigung sowie Gesundheit nicht mehr möglich ist.

Dr. Carsten Queißer

 

In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu verstehen, dass frühkindliche Reflexe nicht komplett verschwinden, sich aber zu Gunsten höher entwickelter Bewegungsmuster, integrieren sollen. Nur so werden komplexere motorische und kognitive Fertigkeiten möglich.

Wie funktioniert das Training?

Meine persönliche Erfahrung hat gezeigt, dass von allen Reflexintegrationstrainings, die MNRI Methode von Svetlana Masgutova am effektivsten wirkt.

Die MNRI Methode erkennt die zugrunde liegenden Ursachen, isoliert die betroffenen frühkindlichen Reflexe und zielt mit den wiederherstellenden MNRI-Techniken auf deren sensomotorische Dysfunktion ab. Auf diese Weise werden die entstandenen automatischen, erlernten und fortge­schrittenen Entwicklungsprobleme reduziert oder sogar eliminiert.

Als eine der wenigen wirklich ganzheitlichen Behandlungs­methoden verfügt die MNRI Methode über einen breit gefächerten Anwendungsbereich und kann jedem helfen, der mit einem Problem konfrontiert ist, ungeachtet des Ausmaßes der bestehenden Funktion, Dysfunktion oder Pathologie.

 

Ablauf des Trainings

  • Anamnese

In einem umfassenden Gespräch wird zunächst auf die Vorgeschichte des Klienten eingegangen.

  • Screening und Auswertung

In einer umfangreichen Austestung und Auswertung wird eruiert wo die zugrundeliegenden Ursachen der Symptomatiken sind.

  • Training

Das Training orientiert sich an der Austestung, die im Laufe des Trainings immer wieder vorgenommen wird. Isometrische und neurotaktile Integration, archetypische Bewegungsmuster. Atemtechniken und Kranialnerven Behandlung verhelfen bereits in der Praxis zur Integration von Reflexen, Ausgleich des sympathischen und parasympathischen Nervensystems und Neuromodulation. Das Training wird mit bestimmten Übungen zuhause fortgeführt. Alle Übungen können, je nach Beeinträchtigung, aktiv oder passiv durchgeführt werden.

Für wen eignet sich das Training?

Das Training eignet sich für jedes Alter.

 

Warum sollten Sie sich für dieses Training entscheiden?

Zurzeit greift der Großteil der Methoden auf eine kortikale Herangehensweise zurück, wodurch das therapeuti­sche Ergebnis und die Wirkung reduziert werden. Im Gegensatz dazu ermöglicht die subkortikale Behandlungsmethode der Reflexintegration, das Problem an seiner Ursache zu beheben, indem eine natürliche Heilung und Neuromodulation herbeige­führt wird.