Moro Reflex

9-12 Wochen nach der Empfängnis haben sich die Rückzugsreflexe etabliert und der Moro Reflex bildet sich heraus. Er dient dem Neugeborenen als „Alarmanlage“ und ist die früheste Form einer Flucht- Kampfreaktion. Der Reflex kann durch eine plötzliche Lageveränderung des Kopfes nach hinten, ein lautes Geräusch, grelles Licht oder plötzliche Bewegung im Gesichtsfeld des Kindes ausgelöst werden. Die unwillkürliche Reaktion darauf ist eine automatische Streckung der Arme und Beine nach außen, ein Öffnen der Hände und ein schnelles, tiefes Einatmen. Nach einem Moment der Erstarrung werden die Arme vor dem Körper zusammengebracht und der Atem löst sich in einem Schrei. Die „Flucht- oder Kampfreaktion aktiviert das sympathische Nervensystem: Der Blutdruck steigt, Herzschlag und Atemfrequenz erhöhen sich, Adrenalin und Kortisol werden ausgeschüttet, die Verdauung stillgelegt. Alle Systeme schalten auf Notfall- unabhängig davon, ob die Gefahr real ist oder nicht. Zu diesem Zeitpunkt hat das Baby noch keine Möglichkeit, die Quelle der Bedrohung zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren.

Nach dem 3. Lebensmonat sollte der Moro- Reflex durch den reifere Erwachsenen- Schreckreflex abgelöst werden und dem Körpersystem nur noch in extrem gefährlichen Situationen zur Verfügung stehen. Wird der Moro Reflex nicht rechtzeitig gehemmt bleibt das Kind für bestimmte äußere und innere Reize überempfindlich. Geräusche, Licht, schnelle Bewegungen und/ oder Lageveränderungen können es unter großen Stress setzen. Das sympathische Nervensystem wird ständig beansprucht, um eine schnelle Reaktion auf eine vermeintliche Bedrohung zu ermöglichen.

Mögliche Hinweise, die bei ihrem Kind auf persistierende Moro Restreaktionen hindeuten können:

  • Gleichgewichts- und Koordinationsprobleme
  • Ängstlichkeit bis hin zur Panik
  • Überempfindlich
  • Emotional instabil
  • Schnell gekränkt
  • Besonders schüchtern und zurückgezogen
  • Fühlt sich schnell gestört
  • Phasen von Hyperaktivität gefolgt von Übermüdung
  • Taktile, vestibuläre, olfaktorische Überempfindlichkeit
  • Visuelle Wahrnehmungsschwierigkeiten
  • Empfindliches Immunsystem
  • Leidet unter Bauchschmerzen, Verstopfung
  • Mangelnde Ausdauer und Konzentration
  • Schulangst
  • Neigung zu sich ständig wiederholenden Verhaltensmustern
  • Ist schreckhaft und hat eine Abneigung gegen Veränderungen
  • Schlechte Anpassungsfähigkeit
  • Schwierigkeit, Kritik zu akzeptieren
  • Schwaches Selbstwertgefühl
  • Merkt sich Details besser als den Kontext
  • Fester Muskeltonus (Körper-„Panzer“)